Hebammen in der Schule        

  

Ergebnisse

 

Zusammenfassung der Bachelorarbeit von Mira Pflanz 

„Warum Babys im Fruchtwasser nicht ertrinken können. Hebammen unterrichten Grundschulkinder“

Fachhochschule Fulda, Fachbereich Pflege und Gesundheit

Ausgangslage

Hebammen können mit ihrem Expertenwissen und ihrem praktischen Erfahrungshintergrund 

unterrichtsergänzende Einsätze im Rahmen der Sexualerziehung an Grundschulen anbieten. Dabei 

erfahren die Kinder, dass Schwangerschaft, Geburt, Wochenbettsphase und Stillzeit primär gesunde, 

vitale Lebensprozessen sind, können diese mit dem Berufsbild der Hebamme verknüpfen und 

möglicherweise im späteren Leben auf dieses Wissen zurückgreifen. Das Kasseler Modellprojekt 

„Hebammen in der Schule“ des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) bot Kasseler Grundschulen 

über den Zeitraum von einem Jahr Hebammenunterricht an (je zwei Einheiten à zwei Stunden) 

und führte in diesem Rahmen eine Schülerinnen- und Schülerbefragung durch.

Fragestellung

Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit der Frage, welche Wirkungen der Hebammenunterricht 

auf die Schülerinnen und Schüler zeigte. Die Veränderungen sowohl in der emotionalen Einstellung der 

Kinder zu Schwangerschaft als auch bei deren kognitiven Wissensstand zu Aufgaben, Arbeitsweise 

und Tätigkeitsbereich einer Hebamme wurden ebenso wie die subjektive Bewertung des Hebammenunterrichts 

durch die Kinder erfasst.

Methodik

Anhand eines standardisierten Fragebogens wurden im Schuljahr 2006/2007 Schülerinnen und Schüler der 

Jahrgangsstufen drei und vier (n=1105) vor und am Tag nach dem Hebammeneinsatz befragt.

Ergebnisse

Nach der Hebammenstunde zeigten die befragten Kinder einer Verbesserung ihres Wissenstandes zu 

Aufgaben, Arbeitsweise und Tätigkeitsbereich des Hebammenberufes. Verknüpften außerdem zuvor 

36,3 Prozent der Befragten Schwangerschaft mit Angst und Gefahr, tat dies im Nachhinein nur noch jedes

vierte Kind (25,7 Prozent). Der Großteil der Kinder bewertete den Unterricht durch die Hebamme 

zudem als sehr interessant (81 Prozent) und gut verständlich (83,4 Prozent).

Schlussfolgerung

Die Untersuchung dokumentiert sowohl die Qualität als auch den positiven Einfluss des Hebammenunterrichts 

auf die Einstellung und den themenbezogenen Wissensstand der befragten Kinder. Hebammen können mit ihrem

Unterrichtsangebot einen wichtigen Beitrag in der gesundheitlichen und sexuellen Bildung von Kindern leisten. 

Die Ergebnisse regen eine Weiterentwicklung sowohl des Konzeptes als auch der Evaluation des Projektes an.

 

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